Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.Bei diesem Projekt haben wir mehrere Flächen am Eingang des Agra – Messeparks in Leipzig gestaltet. Der Park wird für zahlreiche Veranstaltungen und auch zur Erholung von vielen Bürgern und Besuchern der Messestadt genutzt. Daher haben wir uns hier eine besonders anspruchsvolle und interessante Aufgabe für das Projekt gestellt. Vier Teams mit jeweils mindestens zehn Teilnehmern sollten gegen- und miteinander im kreativen Wettstreit die beste Graffitiwand gestalten. Alle Flächen waren gleich groß und jede Gruppe erhielt dieselbe Menge des benötigten Materials. Bedingt durch die Zweiteilung der Wände in einen äußeren und inneren Teil, war die Themenfindung für uns nicht schwer. „Innen und Außen“ – die verbindlich zu bearbeitende Thematik - konnte vielfältig interpretiert werden.

Da sitzt beispielsweise die strickende Großmutter im Wohnzimmer ihres trauten Heims, während davor die chaotische Welt des Großstadtdschungels schon ihre typografischen Tentakel ausstreckt. Auf einer anderen Fläche ist in dieser Realität auch das triste und einsame Leben eines Obdachlosen und dessen Hundes situiert. Er kann sich nur im Innersten seine Wünsche in einem fantasievollen Farbspektakel erträumen. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Graffiti immer dann als anspruchsvolle Kunstform in Erscheinung treten kann, wenn ihr die dazu notwendigen personellen, materiellen und situativen Rahmenbedingungen gewährt werden. Nach Beendigung der mehrwöchigen Gestaltung, in welcher die Teilnehmer auch gruppenübergreifend in einen wechselseitig inspirierenden Interaktionsprozess traten, wurden die Sieger durch die erfahrene und objektive Jury des Graffitivereins gekürt. Ausschlaggebend dafür war, wie vorher transparent vereinbart, ein genau festgelegter Bewertungsschlüssel. An ihm wurde gemessen, inwieweit die Thematik durch Farb- und Formgebung, Kreativität und Technik umgesetzt wurde. Außerdem lag ein besonderes Augenmerk auf dem Umgang der Teilnehmer miteinander. Solidarität und Hilfsbereitschaft wurden ebenso wie Teamfähigkeit und Problemlösekompetenz bewertet. So konnte letztlich jenes Team triumphieren, welches fair und fleißig sowie kreativ und kameradschaftlich seine Gestaltung im vorgegebenen Zeitrahmen erfolgreich beendete. Dafür wurden alle Gruppenmitglieder mit attraktiven und praktischen Preisen belohnt. Dieses einmalige Projekt stellt ein Novum in der Leipziger Graffitigeschichte dar und zeigt eindrucksvoll, welche Potenziale in dieser weltweit lebendigen Jugendkultur stecken. So möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen Teilnehmern aber insbesondere den Teamleitern für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken. Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.