Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.Am 8. Juli fand das zweite MTN Style Combat in Leipzig statt. Alle Graffitikünstler waren eingeladen, sich in drei Kategorien untereinander zu messen. Wegen des großen Interesses mussten noch drei Vorrunden durchgeführt werden, in denen sich die unangemeldeten Teilnehmer in den Wettbewerb sprühen konnten. Während die Beats der DJs, allen voran unser DJ Target, aus den Boxen schallten, moderierte Marcel MC stimmungsvoll das Event. Für das leibliche Wohl von hunderten Zuschauern sorgten unsere Grillmeister und wer sich nicht aktiv am Wettbewerb beteiligen wollte, konnte sich auch an den umliegenden Wänden kreativ betätigen. Die Jury hatte es oft nicht leicht zwischen den vielen guten Styles die Besten auszuwählen, so dass auch immer ein wenig Glück zum Weiterkommen nötig war. Nachdem bereits im Wettbewerb einige hoch gehandelte Favoriten ausschieden, gestaltete sich das Finale zu einem echten Krimi zwischen den Lokalmatadoren und den Gästen aus Halle. Diese konnten dann mit einer inhaltlich besseren Umsetzung des Finalwortes „Machine“ in der kurzen Zeit die ersten beiden Plätze belegen. Dies ist einerseits ein Beleg für das große Interesse von Sprühern, die aus ganz Deutschland anreisten, und auch für das anspruchsvolle Niveau der Veranstaltung. Andererseits ist dies auch als Zeichen einer objektiven und fairen Jury zu werten. Wir wünschen den Gewinnern alles Gute für das „National Battle of the Year“ in Hannover und freuen uns schon gemeinsam mit euch auf das nächste Jahr. Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.

 

 

Medienecho

 

Gegen die Wand: Filigranes aus der Spraydose

Sie nennen sich „Snow", „Radicals" oder „Beast & Dr. No". Für sie sind es Künstlernamen. Für andere Pseudonyme, die auf die Fahndungsliste der Polizei gehören. Weit sich hinter solchen Phantasiebezeichnungen Graffiti-Sprayer verbergen. Dass die nicht nur durch Hinterlassenschaften an Fassaden, Brückenpfeilern und Wänden Ärger machen, sondern mit ihren Farbdosen ähnlich filigran hantieren können wie Maler mit Pinseln, wollen die besten Leipziger Sprüher am 8. Juli beweisen.

Dann findet an der „Wall of Fame" (Rückseite des Werk II) der Leipziger „Style Combat" statt. 32 Graffiti-Künstler werden dort in vier Wettbewerben antreten. Buchstaben-Kombinationen, Schriftzüge und Bilder werden kreiert und von einer Jury bewertet. „Die beiden letzten qualifizieren sich für das Deutschland-Finale", erklärt Sebastian Drechsel vom Leipziger Graffiti-Verein. Das Finale, der „Battle of the Year", steigt schließlich am 9. September in Hannover.

Parallel zur Vorrunde findet im Werk II ein Workshop für Graffiti-Einsteiger statt. Auch Steve und Mike alias „Scab27" und „Sate" wollen sich dafür einschreiben. „Für uns ist das eine Möglichkeit, dazuzulernen. Davon müsste es mehr geben", sagen die beiden 14Jährigen Leipziger Schüler unisono. Denn nach wie vor lebt in der Stadt eine agile Sprayer-Szene: Und nicht alle Sprüher reizen angesichts verschärfter Strafgesetze im Nacken die illegalen Aktionen mit den Farbdosen. „Uns geht es um das Sprühen, die Kreativität. Nicht darum, Hauswände zu beschmieren. Das kommt nicht in Frage", stellt Mike klar. Nichtsdestotrotz ist Leipzig übersät mit Schmierereien. „Darum gibt es immer wieder Ärger", sagt Susen Winkel vom Graffiti-Verein. Jährlich fließen hunderttausende Euro in die Beseitigung der Verschandelungen. Viele Hausbesitzer haben den Kampf längst aufgegeben.

Der „Style Combat", der von Marcel MC (L) moderiert wird, ist zugleich Auftakt zur HipHop Awareness Week, in der sich alles um Graffiti und Musik dreht. Der Breakdance-Contest „Battle of the East" begeht zudem sein zehnjähriges Jubiläum. Die Party dazu wird am 15. Juli im Werk II gefeiert. Tanz, Akrobatik und spektakuläre Moves versprechen eine atemberaubende Show. Präsentiert vom Hannoveraner Freestyle-Rapper Spax, zeigen die besten B-Boy-Crews des Ostens wilde Tanzchoreografien. Neben dem Hamburger B-Boy Sonny Tee oder den Deejay's Nas D kommt auch internationale Prominenz: Mit Sonic von den Natural Effects aus Dänemark sitzt einer der besten Tänzer Europas in der Jury des Wettbewerbs. Höhepunkt des Abends wird ein Showcase, das zum Funksound von Soulution feat. Spax, Mesia und Gunjah Deluxe etliche prominente Tänzer aus der Geschichte des „Battle of the East" auf die Bühne bringt. Alexander Weise

 

8. Juli Graffiti-Workshop (12 Uhr), V Style Combat (14 Uhr) beides Werk II, HipHop-Movie-Night Volkshaus (18 Uhr); 11. Juli Vortrag „HipHop in der DDR - Jugend zwischen Protest und Anpassung" mit Ausstellungseröffnung im Zeitgeschichtlichen Forum (19 Uhr); 14. Juli Workshops (14 Uhr) und Diskussionen (19 Uhr) Oldschool vs. Newschool HipHop im Wandel" & Frauen im HipHop - Wieviel Mittelalter steckt in der HipHop Kultur?" in der Villa; 15. Juli Ausstellung "The Early Days" - die HipHop-Kultur in der DDR im Werk II, Battle of the East (18 Uhr) Werk II; Infos unter www.battleoftheeast.de

Graffitiverein-Projekt: Style Combat                  Graffitiverein-Projekt: Style Combat

Buntes Graffiti-Auftragswerk am                        Schmierereien wie diese gibt es im

S-Bahnhof Paunsdorf in Leipzig                        Stadtteil Connewitz reichlich.

 

 

Weise, Alexander: „Gegen die Wand: Filigranes aus der Spraydose“ In: Leipziger Volkszeitung Nr. 149, 29.6.2006, S. 10

 

Graffitiverein-Projekt: Style Combat

Weise, Alexander: „Gegen die Wand: Filigranes aus der Spraydose“ In: Leipziger Volkszeitung Nr. 149, 29.6.2006, S. 10