Vom 16. bis zum 22. Oktober fand im Leipziger Osten ein Graffiti-Workshop statt. Die verantwortlichen Projektpartner waren die Begegnungsstätte Mühlstraße e.V. und der Graffitiverein. Kofinanziert wurde das Projekt im Rahmen „Stadtumbau nicht ohne uns. Eine Stadt als Spielraum.“ aus Mitteln des EU-Programms EFRE. Die Absicht des Workshops war es, dass Jugendliche aus dem Leipziger Osten in einem Beteiligungsprojekt ihren Lebensraum selbst aktiv gestalten. Ein, der Begegnungsstätte Mühlstraße gehörendes Trafohaus, im Lene-Voigt-Park sollte mithilfe von Graffiti ein charakteristisches Gesicht bekommen. Von Montag bis Freitag trafen sich die interessierten Jugendlichen in den Räumen der Mühlstraße, um sich theoretisch mit Graffiti auseinanderzusetzen. Sie wurden in das Vorhaben eingewiesen, ihnen wurde anhand von Filmen, Dokumentationen und Musik die Geschichte von Graffiti als Teil der HipHop-Kultur verdeutlicht, und ab Mittwoch wurden die Ideen für die konkrete Gestaltung entwickelt und ausgearbeitet. Bis Freitag wussten so alle Teilnehmer, was von wem gemacht werden sollte, das Konzept war durchdacht und sprühfertig. Den theoretischen Teil leitete Sebastian Drechsel vom Graffitiverein, ein Kunstpädagoge, der selbst seit vielen Jahren Teil der Leipziger Sprüherszene ist. So konnten die Jugendlichen sicher sein, dass sie dezidierte Fachkenntnisse aus erster Hand bekamen. Auf die Wichtigkeit legalen Sprühens wurde mehrfach verwiesen.
Der Höhepunkt des Workshops war die Umsetzung des Konzeptes, welches die Jugendlichen erarbeitet hatten. Obwohl sie schon im Zuge des Theorieteils Dosen in der Hand und Sprühversuche unternommen hatten, waren alle erpicht auf die weiße Wand, die ihrer harrte. So war am Samstag und am Sonntag jeweils von 10-16 Uhr eine Menge los am Trafohaus: Ungefähr 12 Jugendliche machten nun bunt, was eben noch trist war. Dabei wurden sie unterstützt von drei versierten Fachleuten des Graffitivereins. Dosen wurden sortiert und verbraucht, Sprühaufsätze, die man im Jargon Caps nennt, ihrer Bestimmung zugeführt. HipHop-Musik hallte durch den Park, es wurde gegrillt und gelacht. Am Sonntag kamen auf das Betreiben eines der Sprüher sogar die Breakdance-Crew „Lil´ Rockaz“ und zeigte ihr Können auf dem Linoleum, welches sie einfach auf dem Weg im Park ausgerollt hatten. Schaulustige machten sich ein Bild, ein Kamerateam vom Fernsehen holte sich eine schöne Aufnahme der Aktion. Die Neugestaltung des Trafohauses hatte streckenweise Eventcharakter. Es war für alle Beteiligten ein Happening. In den Köpfen der Vorbereiter und Initiatoren, und vor allem in den Köpfen der Jugendlichen, die eine Chance hatten, ihre eigene Lebenswelt mit so viel Spaß selbst zu verschönern, wird diese Woche noch lange nachwirken. Und das öde Trafohaus ist seit vergangenem Wochenende Erste Sahne und Sprühfertig. Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.
Enrico Schranz
Medienecho
Reudnitz
Trafohäuschen wird legal besprüht
Gesprüht, was das Zeug hält, wird am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr an einem Trafohäuschen im Lene-Voigt-Park in Reudnitz. Die Aktion ist Höhepunkt eines einwöchigen Graffiti-Workshops „Jugendliche gestalten ihr Lebensumfeld mit Graffiti“, der in dieser Woche läuft.
Das Projekt hat am Montag für acht Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren begonnen. Bis Freitag wird Theorie gepaukt, und vor allem werden Entwürfe erstellt und ausgefeilt. Die Aktion findet im Rahmen des Projektes „Stadtumbau nicht ohne uns – eine Stadt als Spielraum“ statt und wird durch Mittel aus dem EU-Fördermittelprogramm Efre unterstützt. Die ausführenden Partner sind die Begegnungsstätte Mühlstraße und der Graffitiverein.
Der Workshop verfolgt die Absicht, Jugendliche aus der Umgebung einzubeziehen, so dass sie eigenverantwortlich, mit Hilfe von Fachleuten, ihre unmittelbare Lebensumwelt gestalten. Das Trafohaus gehört übrigens der Begegnungsstätte Mühlstraße. K. D.
Leipziger Volkszeitung Nr. 244, 19.10.2006, S. 17
Jugendliche peppen Trafohäuschen auf
Bei einem Graffiti-Workshop haben Jugendliche am vergangenen Wochenende ein Trafohäuschen im Lene-Voigt-Park gestaltet. Dieser Workshop wurde vom Verein Begegnungsstätte Mühlstraße sowie dem Graffitiverein veranstaltet. Kofinanziert wurde das Projekt im Rahmen „Stadtumbau nicht ohne uns. Eine Stadt als Spielraum“ aus Mitteln des EU-Programms Efre. Die Absicht des Workshops war es, dass Jugendliche aus dem Leipziger Osten in einem Beteiligungsprojekt ihren Lebensraum aktiv gestalten. Zunächst trafen sich die interessierten Jugendlichen, um sich theoretisch mit Graffiti auseinanderzusetzen und entwickelten ein Konzept. Dabei wurde auf die Wichtigkeit legalen Sprühens mehrfach verwiesen.
Der Höhepunkt des Workshops war die Umsetzung am Trafohaus: Ungefähr 12 Jugendliche machten nun bunt, was eben noch trist war. HipHop-Musik hallte durch den Park, es wurde gegrillt und gelacht. Die Gestaltung bekam – auch für Schaulustige – Eventcharakter. r.
Leipziger Volkszeitung Nr. 248, 24.10.2006, S. 16

Leipzig Fernsehen, Drehscheibe, 24.10.2006
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