Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.Hier haben wir gemeinsam mit der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und über 100 Graffitisprühern eines der größten Graffitievents Deutschlands durchgeführt. An einem mehrere hundert Meter langen Holzzaun, welcher einen Großteil des Bibliothekgeländes umschließt, wurden verschiedene Projektteile realisiert. Vorbereitet durch miteinander vernetzte Projektgruppen und in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig fanden Workshops, Seminare und Vorträge statt. Im Zentrum all dieser Veranstaltungen stand einer der größten Graffitiwettbewerbe im Land. Dabei rangen zahlreiche Sprüherteams im kreativen Wettstreit um den Sieg. So entstanden zum vorgegebenen Thema Schrift witzige und individuelle Lösungen, welche dem hohen künstlerischen Anspruch des Projekts vollends Rechnung trugen. So freuen wir uns mit allen gemeinsam wieder einmal ein herausragendes Graffitiprojekt organisiert und durchgeführt zu haben, das einmal mehr auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt, welche positiven und künstlerischen Potentiale in der weltumspannenden Jugendkultur Graffiti liegen. Die Bilder zu diesem Projekt des Graffitivereins sind hier zu sehen.

Medienecho

Farbakzente zieren Bauzaun

Deutsche Bücherei kooperiert mit Graffitiverein / Legales Sprühwerk soll nachwirken

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Seit knapp vier Wochen sind die Sprayer am Werk. Foto: Enrico Voigt 

Zentrum-Südost
Die Deutsche Bücherei zu Leipzig baut an. Die Baustelle wird von einem 300 Meter langen Bauzaun geschützt. „Wir haben diesen Bauzaun nicht einfach nur bunt gemacht. Wir haben mit kreativen Köpfen und einem Konzept gearbeitet“, sagt Sascha Kittel. Er ist seit neun Jahren im Vorstand des Graffitivereins, der dieses Projekt in Kooperation mit der Deutschen Bücherei durchgeführt hat. Seit drei Wochen konnte man Sprayer am Zaun stehen sehen und ihnen bei der Umsetzung ihrer Entwürfe über die Schulter schauen. Das Thema aller Konzepte war „Schrift“.
Der Graffitiverein hatte die kreativsten Köpfe der Szene für die große Aufgabe gewinnen können. Die Umsetzung spiegelt eine große künstlerische Bandbreite, die von eher tradierten bis sehr innovativen Formen der Graffitimalerei reicht. „Die Sprüher hatten hier die Möglichkeit, sich legal zu verwirklichen, ohne in ein Korsett gesteckt worden zu sein“, so Kittel. Er weiß auch, dass der Deutschen Bücherei E-Mails zugegangen sind, die sich positiv über die neuen Farbakzente äußern. „Eine Institution wie die Deutsche Bücherei nutzt diesen Zaun, um ihr konservatives Image mit einer kreativen dabei aber authentischen Gegennuance aufzulockern.“
Die beteiligten Sprayer haben neben der Möglichkeit, ihr Können zu zeigen auch die Chance, den Wettbewerb zu gewinnen, der mit dem Projekt verbunden war. Die entstandenen Bilder werden von einer Jury und den Künstlern selbst bewertet. In die Bewertung gehen Kreativität, Teamgeist, Konzepttreue, aber auch Sauberkeit ein. Hier kann gezeigt werden, dass Graffitisprüher den Blick auf vereinbarte Werte richten und sich daran halten. Dies ist wichtige Jugendarbeit und vermittelt gesellschaftliche Normen. Diese stehen auch im Mittelpunkt der abschließenden Veranstaltung im November, bei der ein Rechtsanwalt den Sprayern über die Konsequenzen von illegalem Sprühen aufklärt. „Mit den Rahmenbedingungen wollten wir sicherstellen, dass die Sprayer nicht nur mit den Händen dabei sind, sondern auch mit den Köpfen. Und das ist uns gelungen“, resümiert Kittel.

Enrico Voigt

Voigt, Enrico: Farbakzente zieren Bauzaun. In: LVZ Nr. 244, 19. 10 2007, S. 38